Prof. Erwin Böhm

Prof. Erwin Böhm

DAS SYMPTOM GEWALT EINE PFLEGEDIAGNOSE DER PFLEGENDEN

Ich möchte in meinem Vortrag zum Thema „Macht in der Pflege“ nicht Google zitieren das können sie auch ohne mich. Ich möchte viel mehr die soziologische Zeitgeiständerung der PFLEGEMACHT von 1960-2017 aus meiner eigenen empirischen Forschung wiedergeben. Macht ist generell gesehen kein für sich alleinstehendes Symptom oder Gefühl, sondern das Coping, das Verhalten aus einem Gefühl. So zu sagen eine Ersatzhandlung ein Verhalten auf der Grundlage eines UNLUSTGEFÜHLS aus dem täglichen Leben und damit auch im Pflegeberuf anzutreffen.

So wie im täglichen Leben üblich, gibt es auch zu dem Wort und zu den Verhaltensweisen einer Person die Steigerungsstufen

Mächtig, Macht, und das Allmächtigkeitsgefühl des Säuglings.

Mächtig ist der Träger durch seine Position (der das Geld hat schafft an)

Institutionelle Macht hat der Vorgesetzte und das Allmächtigkeitsgefühl haben meistens einfach gestrickte Menschen.

Ausgangspunkt um Machtbedürfnisse als Coping einzusetzen ist nach meiner Pflegediagnose meistens die eigene Ohnmacht und die UNLUST und aufgezwungene Ideologien Hausordnungen die zur Lust Heuchelei und damit zum schlechten Gewissen mit ihrer Folge „Machtversuch“ werden.

Das ganze Leben spielt sich zwischen den beiden Polen Lust und Unlust ab. Wenn in einem Beruf die Unlust überwiegt dann versucht man Unlustvermeidung durch das Lustprinzip „mächtig“ zu sein (erscheinen) in den Griff zu bekommen. Damit birgt Pflege die Anwendung von Macht schon in sich: Starke „Gesunde“ – pflegen schwache „Kranke“

Es ist nur die Frage, ob die Macht pos. oder neg. Kanalisiert wird -und ob dabei die Rolle einer normalen oder überbordeten Mutterpflegerin Vaterpflege gespielt wird.

Dieser Macht LUSTGEWINN wird in der Pflege meistens als Über- oder Unterforderung (Durchsetzungskraft) an den Patienten weitergegeben.


Über den Vortragenden: Erwin Böhm, geboren am 16. Mai 1940, ist österreichischer Staatsbürger. Zunächst erlernte er das Autospengler-Handwerk. 1963 legte er sein Examen als Krankenpfleger ab. Anschließend arbeitete er ausschließlich in verschiedenen Fachgebieten der Psychiatrie, bevorzugt in der Psychogeriatrie. 1970 absolvierte er seine Weiterbildung zum Unterrichtspfleger. 1974 übernahm er die Position des Oberpflegers im psychiatrischen Krankenhaus Wien. Von 1980 bis 1982 war er außerdem Pflegedienstleiter der Abteilung „Übergangspflege“ beim Kuratorium für psychosoziale Dienste in Wien. Vier außerordentlich wichtige Begriffe sind mit seiner Arbeit verknüpft: Die re-aktivierende Pflege, die Übergangspflege, das psychografische Pflegemodell mit seiner eigenen Methodik der Pflegediagnose und schließlich die psychobiografische Pflegetheorie.

Wichtige Stationen auf seinem beruflichen Lebensweg:

1968: Infragestellung der Altenpflege. Auszeichnung mit dem Münchner Fortbildungspreis.

1970: Formulierung einer neuen Ethik der Altenpflege. Erste Entwicklungsarbeiten zum psychobiografischen Paradigma.

1978: Der erste psychogeriatrische Patient wird im Alleingang vom Krankenpfleger Erwin Böhm gegen den Rat der Anstaltsärzte und der Kollegen in seine Wohnung re-integriert. Zwei disziplinäre Androhungen sind die Folge.

1979: Zustimmung des Wiener Stadtrats, die neu entwickelte Wiener Übergangspflege als Modellprojekt zu starten. In der Folge wurden 40 nebenberuflich beschäftigte Pflegepersonen eingestellt.

1980: Die Übergangspflege wird eine eigene Dienststelle des Kuratoriums für psychosoziale Dienste in Wien

1981: Erforschung des symptomspezifischen Verhaltens, einer neuen Herangehensweise zum verstehenden Umgang mit so genanntem herausfordernden Verhalten.

1982: Der tausendste Patient wird in sein eigenes Daheim entlassen. Die Auswertung zeigt, dass nur fünf Prozent dieser Patienten wieder zurück in eine intramurale Pflege mussten. Zu dieser Zeit entstand das erste Buch: „Krankenpflege. Brücke in den Alltag“ (1985).

1983: Entwicklung der re-aktivierenden Pflege nach Böhm und Verleihung des silbernen Verdienstzeichens der Stadt Wien

1984: Zu diesem Zeitpunkt konnten bereits 1.500 Patienten nach Hause entlassen werden. Erwin Böhm wird stellvertretend für das gesamte Team der „Wiener Übergangspflege“ mit dem Hauptpreis der Anton-Benya-Stiftung ausgezeichnet.

1985: Verleihung des Gießener Krankenpflegepreises. Das in hochkarätigen Fachkreisen stark beachtete Buch „Krankenpflege. Brücke in den Alltag“ erscheint im Psychiatrie-Verlag. Das Modell der Übergangspflege wird von Persönlichkeiten wie Prof. Dr. Ursula Lehr, Prof. Dr. Leopold Rosenmayr, Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, Prof. Dr. Hans Strotzka, Dr. Margret Baltes, Prof. Dr. Erich Grond und Prof. Dr. R.-M. Schütz gewürdigt und zur Nachahmung empfohlen. In tiefer Bewunderung für die wissenschaftliche Kompetenz von Erwin Böhm reicht Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner am 18. November 1985 einen Antrag zur Verleihung der Doktorwürde bei der Universität Gießen ein.

1985: Vorstellung der Übergangspflege auf dem Weltkongress für Geriatrie in New York. Erforschung der kollektiven Prägungsgeschichte und deren Implikationen für die psychogeriatrische Pflege.

1987: Erforschung der „Urkommunikation“ im psychobiografischen Zusammenhang.

1988: Die Pflegediagnose nach Böhm wird anerkannt. Das Buch „Verwirrt nicht die Verwirrten“ erscheint und wird in den nächsten Jahren zum Bestseller. Verleihung des ORF-Seniorenpreises.

1989: Das Buch „Pflegediagnose nach Böhm“ erscheint im RECOM-Verlag

1990: Gründung des Fortbildungsvereines AGPK, „Österreichische Gesellschaft für geriatrische und psychogeriatrische Fachkrankenpflege angewandte Pflegefoschung“. Erwin Böhm ist Präsident. Die Ansätze Böhms finden mehr und mehr Anklang in der Altenpflege. Leider wird vieles ohne Quellenangabe übernommen und kopiert, eine Entwicklung, die bis zum heutigen Tag anhält.

1991: Das vierte Buch „Alte verstehen“ erscheint.

1992: „Ist heute Montag oder Dezember“ erscheint. Es ist im wesentlichen eine Überarbeitung des Buches „Krankenpflege. Brücke in den Alltag.“

1993: Böhm gibt die Leitung der „Wiener Übergangspflege“ an seinen Schüler Gerhard Rott ab.

1994: Systematische Ausbildung von Referentinnen und Referenten zur didaktischen Vermittlung des Modells in Zusammenarbeit mit Instituten in Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Deutschland.

1997: Erwin Böhm wird Fortbildungsbeauftragter des KAV.

1999: Das zweibändige Grundlagenwerk zum „Psychobiografischen Pflegemodell nach Böhm“ erscheint beim Universitätsverlag Verlag Wilhelm Maudrich. Es enthält auch den Entwurf seiner psychobiografischen Pflegetheorie.

2000: Die satirische Seite Böhms manifestiert sich im launigen Buch „Pschyr-Rempler oder Medi-Zynische Böhm-Merkungen“.

2000: Verleihung des „Ehren-Lazarus“ zur Würdigung seines wissenschaftlichen und humanitären Lebenswerks.

2000: Ernennung zum akademischen Professor

2001: Gründung des „Europäischen Netzwerks für Psychobiographische Pflegeforschung nach Prof. Böhm“ (ENPP) in Zusammenarbeit mit Dr. Marc Avarello. In Kooperation mit unzähligen Fachleuten aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Luxemburg dient das ENPP der didaktischen Vermittlung, praktischen Umsetzung und wissenschaftlichen Weiterentwicklung der psychobiobiografischen Pflegetheorie nach Prof. Böhm.

2002: Übergabe des Präsidentschaftspostens des AGPK an seine langjährige Schülerin Maria Riedl.

2002: Beginn der umfangreichen Forschungsarbeiten zum Thema psychologische Prävention im späteren Lebensalter. Arbeitstitel: „Wenn der Knoblauch nicht mehr hilft“.

2005: Gründung der ENPP-Böhm Bildung – und Forschungsgesellschaft

2008: 25 jähriges Bestehen des Psychobiografischen Pflegemodells

2008: Verleihung des golden Ehrenzeichen der Republik Österreich.

2010: Das Buch Sexualität in  der Demenz erscheint ENPP-Böhm Verlag

2012: Das Buch „Sprechen Sie limbisch?“ Transkulturelle Pflege erscheint im Schlüterschen Verlag

2013: Die DVD Psychobiografische Pflege „ Eine Reise durch die Zeit“ erscheint im ENPP-Böhm Verlag